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Inhalt

Intermundo-Austauschforum in Zürich
Länderdiversität - Inbound & Outbound im Schuljahr 2014/15
Internationaler Tag der Freiwilligen
Jugendaustausch wirkt!
Lernendenmobilität: Interkultureller Austausch in der Berufsbildung
Integration AustauschschülerInnen - Interview mit Andreas Hunziker
Neue Downloads für Schulen

 


Intermundo-Austauschforum in Zürich


Am 11. November trafen sich in Zürich 15 Deutschschweizer Schulvertreter/-innen und 5 Vertreter/-innen von Intermundo, AFS, iE, Rotary und YFU zum diesjährigen Austauschforum. Nach einer kurzen Einleitung, in der Intermundo unter anderem auf eines der Alleinstellungsmerkmale der Intermundo-Organisationen, das durch eine unabhängige Instanz verliehene Intermundo-SQS-Qualitätszertifikat hinwies, folgte eine freie Diskussion, in deren Laufe sich die folgenden Schwerpunkte herausbildeten:

Spracherwerb Inbounds
Die Anwesenden begrüssten die von den Organisationen unternommenen Anstrengungen zur sprachlichen Vorbereitung von Inbounds. Kritisiert wurde hingegen das Sprachschulungskonzept, bei welchem Austauschschüler/-innen während eines Teils der Woche den Deutschkurs und während des anderen den ordentlichen Schulunterricht besuchen. (Tatsächlich laufen im Moment Versuche mit alternativen Modellen, die das Teilzeitmodell ablösen sollen.) Von mehreren Schulvertreter/-innen wurde ausserdem der Wunsch geäussert, dass die Austauschorganisationen ihre Modelle möglichst harmonisieren möchten.
Als best practices von Schulseite genannt wurden die Vermittlung von Tandems durch die Schule (Kollegium St. Michael) und die Organisation von schulinternen Deutschkursen für Austauschschüler/-innen – allenfalls mit Hilfe von finanziellen Beiträgen seitens der Austauschorganisationen (KS Zug).

Kommerzielle und nicht-kommerzielle Organisationen
Verschiedene Schulen bemerken, dass immer mehr kommerzielle Anbieter auf den „Austauschmarkt“ drängen und dass diese z.T. bereit sind, sehr individuell auf die Wünsche der Jugendlichen einzugehen. Die Intermundo-Austauschorganisationen halten demgegenüber fest, dass für sie der Fokus darauf liegt, den Programmteilnehmenden den Aufbau interkultureller Kompetenzen zu ermöglichen und echte Begegnungen – z.B. zwischen Schüler/-innen und freiwilligen, kulturell interessierten Gastfamilien – zu arrangieren.

Die Veranstaltung wurde durch einen Input von Andrea Hummler, ehemals Austauschschülerin in Japan und jetzt Inhaberin von Mint Consulting, Zürich, abgerundet. Zuerst blickte Hummler auf ihre Zeit in Japan zurück und hob dabei die wichtige Rolle ihrer Gastschule hervor: Zwar habe sie dem Unterricht inhaltlich nicht folgen können, die Schule habe ihr aber Struktur, Orientierung und Hilfe beim Spracherwerb geboten, was ihr letztlich erst das Eintauchen in die japanische Kultur und den Aufbau von bedeutungsvollen Beziehungen ermöglicht habe.
Im zweiten Teil ihrer Präsentation sprach Hummler über die weitreichenden Auswirkungen ihrer Austauscherfahrung auf ihre persönliche und berufliche Entwicklung. Noch heute fühlt sich Hummler tief mit Japan und ihrer japanischen Familie verbunden, was sie mit einem Zitat aus Merciers Nachtzug nach Lissabon begründet:
„Auch im Raum erstrecken wir uns weit über das hinaus, was sichtbar ist. Wir lassen etwas zurück, wenn wir einen Ort verlassen, wir bleiben dort, obgleich wir wegfahren. Und es gibt Dinge an uns, die wir nur dadurch wiederfinden können, dass wir dorthin zurückkehren. Wir fahren an uns heran, reisen zu uns selbst […]. Wenn wir den Fuss zum zweiten Mal auf dem Bahnsteig des fremden Bahnhofs setzen, die Stimmen aus dem Lautsprecher hören, die unverwechselbaren Gerüche riechen, so sind wir nicht nur aus dem fernen Ort angekommen, sondern auch in der Ferne des eigenen Inneren[…].“

 

Länderdiversität - Inbound & Outbound im Schuljahr 2014/15


Im vergangenen Schuljahr 2014/15 haben insgesamt 515 Schülerinnen und Schüler schweizerischer Mittelschulen mit einer Intermundo-Mitgliedorganisationen ein Schuljahr in einem anderen Land absolviert. Diesen sogenannten Outbounds (OB) standen 339 Gastschülerinnen und -schüler, sogenannte Inbounds (IB), gegenüber. Die Zahl der Outbounds übersteigt jene der Inbounds deutlich.
 

Im Schuljahr 2014/15 pflegten insgesamt 46 Länder aus allen Kontinenten den Austausch mit der Schweiz und Liechtenstein. Von den europäischen 
Ländern stellen Deutschland (11 Inbounds / 31 Outbounds) und Frankreich (1 / 15) die grössten Kontingente. In Nordamerika schwingen die USA (45 / 220) und Kanada (15 / 27) mit deutlich überwiegenden Outbound-Anteilen obenaus. In Südamerika ist Argentinien (20 / 23) Spitzenreiter vor Brasilien (17 / 12), Ecuador (12 / 13) und Kolumbien (15 / 10). Russland steht mit (10 / 5) zu Buche. Japan (23 / 18) und Thailand (20 / 2) sind die aktivsten Austauschnationen im asiatischen Raum. Nach den USA besetzt Australien (24 / 43) mit einem klaren Outboundüberhang den zweiten Platz in der Beliebtheitsskala der Schweizerinnen und Schweizer. Beliebt ist auch Neuseeland (6 / 16). Von den afrikanischen Ländern betreiben bisher nur Südafrika und Simbabwe Austausch, und dies nur in bescheidenem Rahmen.
Das folgende Balkendiagramm veranschaulicht die verschiedenen Ländergruppen, wie auch deren Outbound- oder Inboundüberhänge:

  
 

Internationaler Tag der Freiwilligen, 5. Dezember 2015


Jeweils am 5. Dezember findet weltweit der Tag der Freiwilligenarbeit statt. Dieser Gedenk- und Aktionstag zur Anerkennung und Förderung des freiwilligen und ehrenamtlichen Engagements wurde 1985 von der UNO beschlossen. Ohne Freiwillige läuft bei den Intermundo Organisationen gar nichts! Sie sind im Hintergrund tätig für verantwortungsvolle Aufgaben wie Teilnehmerbetreuung vor Ort, Support von Gastfamilien, Empfang der Ankommenden GastschülerInnen am Flughafen, Organisation von Camps während des Aufenthalts in der Schweiz, Informationsveranstaltungen und vielem mehr. Auch Austauschverantwortliche an Schulen der Schweiz leisten einen ehrenamtlichen Einsatz zum Gelingen eines unvergesslichen Jugendaustauschs. Vielen Dank für diesen Einsatz! Nur mit vereinten Kräften aller Akteure im Bereich Auslandsaufenthalte kann auf ein optimales Ergebnis hingearbeitet werden.
Hinweise zu Aktivitäten der Freiwilligenarbeit von Intermundo Organisationen finden Sie unter:
AFS Volunteers
Rotary Betreuung
YFU Gastfamilie
iE Gastfamilie

 

Jugendaustausch wirkt!


Auslandserfahrungen in der Jugend können einen Menschen verändern. Oft erinnert man sich noch Jahre nach einem Austausch an einschneidende Erlebnisse, Aha-Momente und überwundene Schwierigkeiten. Austausch wirkt. Daran besteht für Beteiligte oft kein Zweifel. Doch in welcher Art und auf welche Bereiche wirkt sich ein Jugendaustausch auf das Leben junger Menschen aus? Existieren Wirkungsstrukturen, die sich über verschiedene Austauschformate erstrecken? Und wer zieht den grössten Nutzen aus welchen Wirkungen? Mit dem Projekt Wirkungskompendium Jugendaustausch ging Intermundo in den letzten Monaten genau diesen Fragen nach. Wie und in welchen Bereichen sich ein interkultureller Austausch auf Jugendliche auswirkt, wurde in zahlreichen nationalen und internationalen Studien erforscht. Es wurden 232 Arbeiten für das Projekt recherchiert und analysiert. Aus der grossen Informationsfülle wurde die aussagekräftige Essenz herausgearbeitet und strukturiert sowie übersichtlich dargestellt. Als Resultat dieser intensiven und aufschlussreichen Arbeit präsentieren wir mit Freude die ausführliche Publikation Wirkungskompendium Jugendaustausch, die eine aktuelle Übersicht wissenschaftlicher Forschungsergebnisse zur Wirkung von interkulturellem Austausch gibt. Zudem wurden für die drei Themenbereichen Schule, Jugendliche und Politik/Wirtschaft, die wichtigsten Erkenntnisse in Form von kurzen Flyern zusammengefasst.

Wir danken der Stiftung Mercator Schweiz für die finanzielle Unterstützung und Förderung des Projekts, sowie dem Bundesamt für Sozialversicherungen für das Ermöglichen der englischen Publikation. 

Diese neuen Publikationen können auf der Intermundo-Webseite kostenlos als pdf-Dokumente bezogen werden: www.intermundo.ch/wirkung.

 

Lernendenmobilität: Interkultureller Austausch soll auch Jugendlichen in der Berufsbildung offen stehen


Intermundo will, dass Jugendaustausch allen offen steht. Während der Jugendaustausch an Gymnasien verbreitet und anerkannt ist, erwarten Berufslernende in Bezug auf Mobilität und Austausch zahlreiche Hürden. Die Teilnahme an einem Austauschprogramm und somit der Erwerb wichtiger Kompetenzen soll für jene zwei Drittel der Schweizer Jugendlichen, die sich für eine Berufsbildung entscheiden, genauso möglich sein wie für Jugendliche an Mittelschulen oder Universitäten. Ziel des Projektes Lernendenmobilität ist deshalb, auch in der Berufsbildung eine Austauschkultur zu etablieren.

In Mittelschulen ist das sogenannte Austauschjahr verbreitet. Ein Jahr lang bei einer Gastfamilie zu leben erlaubt ein intensives Eintauchen in eine fremde Sprache und Kultur. Das Modell Jahresaustausch hat sich auch für Lernende bewährt. Paul Briggeler, Leiter des Training Center der Lonza AG hat viele Jahre Erfahrung mit diesem Modell. Er bestätigt, dass ein Lehrunterbruch vom Ausbildungsbetrieb nur wenig Aufwand verlangt und zahlreiche Vorteile bietet. Der Ausbildungsbetrieb muss sich zwar ein Jahr lang gedulden, aber auf keine Leistungsstunden des Lernenden verzichten.

Einige Mitgliedorganisationen von Intermundo bieten ausserdem Austauschprogramme spezifisch für Lernende an. Diese erlauben einen Auslandsaufenthalt zu machen ohne dafür die Lehre unterbrechen zu müssen. Die Umsetzung eines Austauschprojektes für Lernende ist oftmals etwas aufwändiger, da ein Abkommen mit allen Lernorten getroffen werden muss. Die Erfahrung zeigt aber, dass, wo ein Wille ist, mit wenig Aufwand viel bewegt werden kann. Es gibt zahlreiche gute Gründe für Ausbildungsbetriebe den Lernenden-Austausch zu fördern. Vom Selbststudium über den virtuellen Berufsfachschulbesuch ermöglichen verschiedene bereits mehrfach erfolgreich erprobte Lösungen dem Unterricht in der Berufsfachschule während einem Austausch ohne Leistungseinbussen zu folgen. Während ihrem Austausch arbeiten die Lernenden einen oder mehrere Monate bei einem Gastbetrieb und erhalten Einblick in die Arbeitswelt ihrer Berufskollegen im Ausland. Sie lernen eine andere Alltags- und Arbeitskultur kennen und eignen sich neues Fachwissen an. Je nach Destination erwerben die Lernenden Sprachkenntnisse und wenden diese im Arbeitsalltag an. Der angehende Informatiker Julian Ackermann hat so einen Austausch gemacht. In einem kurzen Video erzählt er über seine Erfahrungen.

Obwohl verschiedene Austauschangebote für Lernende bestehen, werden diese bisher nur selten wahrgenommen. Es fehlt an Wissen um die Möglichkeiten und um den Nutzen eines Austauschs sowohl bei Lernenden und Eltern, wie auch bei Betrieben und Berufsfachschulen. Um dies zu ändern führt Intermundo gemeinsam mit Mitgliedorganisationen, interessierten Ausbildungsbetrieben und Berufsfachschulen aus verschiedenen Branchen Pilotprojekte durch. Durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit und politische Lobbyarbeit soll Lernendenmobilität zum Thema und erprobte Modellösungen bekannt gemacht werden.
Hier geht es zu weiteren Informationen zum Projekt Lernendenmobilität.

 

Integration AustauschschülerInnen - Interview mit Andreas Hunziker (Alte Kanti Aarau)


Die Alte Kantonsschule Aarau zählt ca. 1450 Schüler und nimmt jedes Jahr ca. 10-12 GastschülerInnen aus der ganzen Welt auf.
Wie werden GastschülerInnen im Schulalltag einer Kantonsschule integriert? Was für Schwierigkeiten können auftreten? Wie werden GastschülerInnen durch Schulleitung, Lehrpersonen und MitschülerInnen unterstützt?
Im ausführlichen Interview erklärt Andreas Hunziker, Austauschverantwortlicher an der Alten Kantonsschule Aarau, wie seine Schule erfolgreich GastschülerInnen aufnimmt. Zusätzlich stellt die Alte Kantonsschule Aarau ihre selbst erarbeiteten Hilfsmittel interessierten Schulen zur Verfügung.
Zum Interview...
Guide for exchange students 
 
 

Neue Downloads für Schulen

 
Jedes Jahr kommen viele Austauschschülerinnen und –schüler aus der ganzen Welt in die Schweiz und besuchen hier eine lokale Schule. Während ihres Aufenthalts machen sie wertvolle Erfahrungen für ihre persönliche und berufliche Zukunft. Intermundo und den vier Organisationen AFS, International Experience, Rotary und YFU, die Schulaustausche in ihrem Programm anbieten, ist es deshalb ein grosses Anliegen, dass der Schüleraustausch von allen Beteiligten als Bereicherung wahrgenommen wird.
Um die Schulen kompetent und lösungsorientiert zu unterstützen, werden ihnen verschiedene Unterlagen zur Verfügung gestellt. Die Dokumente werden laufend aktualisiert und stehen auf der neuen Webseite von Intermundo unter Unterlagen für Schulen kostenlos zum Download bereit.
 

Die neusten Downloads:

Wirkungskompendium Jugendaustausch
Die Publikation fasst die wichtigsten Forschungsergebnisse zur Wirkung von interkulturellem Jugendaustausch zusammen.

Flyer Schulaustausch wirkt
Der Flyer 'Schulaustausch wirkt' richtet sich an das Zielpublikum Schule und informiert über die wichtigsten Wirkungen eines Schulaustauschs.

Flyer Jugendaustausch bringts
Der Flyer 'Jugendaustausch bringts' richtet sich direkt an Jugendliche und zeigt ihnen auf, warum ein Jugendaustausch eine Investition fürs Leben ist.

Integration AustauschschülerInnen
Ein Interview mit Andreas Hunziker, dem Austauschverantwortlichen der Alten Kantonsschule Aarau.

Guide for exchange students - Alte Kantonsschule Aarau

 

Intermundo - Schweizerischer Dachverband zur Förderung von Jugendaustausch
Intermundo ist der Dachverband der nicht gewinnorientierten Jugendaustausch-Organisationen. Er setzt sich dafür ein, dass alle Jugendlichen die Möglichkeiten haben, durch einen Jugendaustausch interkulturelle Kompetenzen zu erwerben. Das Intermundo-SQS-Zertifikat garantiert, dass die angeschlossenen Organisationen nach hohen, regelmässig extern überprüften, Qualitätsstandards arbeiten. Auf intermundo.ch/austauschprogramm befindet sich eine Suchmaschine für Austauschprogramme der zertifizierten Organisationen.


 
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