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Das "Handbuch Bestattung" 
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Das "Handbuch Bestattung" ist da.
Impulse für eine milieusensible kirchliche Praxis
Liebe Freundinnen
und 
Freunde
von churchconvention!

Wir freuen uns sehr, dass mit dem "Handbuch Bestattung. Impulse für eine milieusensible kirchliche Praxis" kürzlich ein weiterer Band in der Reihe Kirche und Milieu erschienen ist.
In diesem Newsletter möchten wir es euch vorstellen:
  • Wir geben euch einen Einblick in den Inhalt des Handbuchs. 
     
  • Ein Hinweis zur Bestellmöglichkeit darf natürlich nicht fehlen: Unten findet ihr den Link zum Verlag. Pfarrer/innen der Ev. Landeskirchen in Baden und Württemberg können das Handbuch gratis erhalten. Was ihr dazu tun müsst, siehe unten.
  • Ihr erfahrt Namen und seht Gesichter der Herausgeber und der Mitwirkenden.
     
  • Sebastian Steinbach, cc-ler aus Württemberg, hat für das Magazin 3E eine Rezension zum Handbuch verfasst. Sie bietet z.B. auch denen, die sich mit der Bestattung oder auch mit der Milieuthematik noch nicht auseinandergesetzt haben, eine hilfreiche Annäherung an das Thema
     
  • Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, in der fb-Gruppe "Kirche und Milieu" weiterzudiskutieren. 
fb-Gruppe "Kirche und Milieu"
Alle Bücher der Reihe "Kirche und Milieu"
Bestellen: "Handbuch Bestattung"
Worum geht es?
Im Bereich der Bestattung ist es in den letzten Jahrzehnten zu einem radikalen Wandel der Kultur gekommen. Dieser zeigt sich v. a. in einer Ausdifferenzierung der Bestattungen. Das Buch geht von der These aus, dass die Lebensweltforschung einen wertvollen Beitrag zur Beantwortung der Fragen leisten kann, wie dieser Prozess des Wandels und der Individualisierung zu verstehen ist und wie auf ihn angemessen, die Kommunikation fördernd, zu reagieren ist. Für evangelische Trauerfeiern ist dabei zu beachten, dass die Kommunikation des Evangeliums zentrales Ziel von Bestattung im Raum evangelischer Kirche ist. Wie können diese Feiern sowohl milieusensibel als auch evangelisch gestaltet werden?
Der Band hat zwei Teile; einen ersten, grundsätzlichen, und einen zweiten, praktisch ausgerichteten. Im ersten Teil kommen verschiedene Fachleute zu Wort, die den Wandel der Bestattungskultur in unterschiedliche fachwissenschaftliche Horizonte stellen, von biblischtheologischen Reflexionen über Gesichtspunkte der Lebensweltforschung, Ergebnisse der Erforschung der Sepulkralkultur bis hin zu Untersuchungen über die Bestattungspredigt und ihr zugrundeliegende, sie in unterschiedlicher Weise bestimmende theologische Ansätze und kirchenleitende Orientierungen. Der zweite Teil bietet ein Manual, das für jedes Milieu festhält, worauf speziell zu achten ist, und Vorschläge für den konkreten Vollzug der einzelnen Elemente der evangelischen Trauerfeier enthält, inkl. der vorbereitenden und nachfolgenden Schritte.
Wer steckt dahinter?
          
Die Herausgeber: Corinna Schubert, Benjamin Schließer, Markus Weimer (alle im cc-Leitungsteam) und Prof. Dr. Heinzpeter Hempelmann (u.a. Wissenschaftlicher Direktor des Tangens-Institutes für Kulturhermeneutik und Lebensweltforschung uvm.
Der Praxisteil ist in Zusammenarbeit vieler Praktiker aus dem Netzwerk churchconvention entstanden. Mit gearbeitet haben: Reiner Braun, Wolfram Kerner, Markus Weimer, Sebastian Steinbach, Cornelius Kuettner, Bettina Schwentker, Alexander Philipp, Benjamin Schließer, Dirk Kellner, Corinna Schubert, Kolja Koeniger und Michael Born.
Weitere Beiträge sind von: Matthias Kreplin, Ulrich Heckel, Heinzpeter Hempelmann, Reiner Sörries, Corinna Schubert, Rainer Heimburger, Ulrike Beichert, Frank Zeeb, Fritz Lienhard, Christoph Doll, Birgit Weyel, Tobias Weimer, Reiner Braun, Kurt Stier und Benjamin Schließer
 
Wo erhalte ich das "Handbuch Bestattung" und mehr aus der Buchreihe "Kirche und Milieu"?
         
Das "Handbuch Bestattung" ist ebenso wie das "Handbuch Taufe" und eine weitere Neuerscheinung "Auf dem Weg zu einer milieusensiblen Kirche" in der Neukirchener Verlagsgesellschaft erschienen (hier bestellen). 

Pfarrerinnen und Pfarrer der Evangelischen Landeskirchen in Baden und Württemberg erhalten ein Exemplar des Handbuchs geschenkt. Nutzt dieses Angebot bitte, wenn es euch betrifft:
  • Für alle Pfarrer und Pfarrerinnen in Baden: Ihr erhaltet das "Handbuch Bestattung" über eure Dekanate automatisch, ohne es dort anfordern zu müssen. 
  • Für alle Pfarrer und Pfarrerinnen in Württemberg: Der Band kann über die Dekane bezogen werden. Bitte sprecht eure Dekaninnen und Dekane aktiv darauf an, wenn sie nicht von sich aus die Initiative ergreifen. 
Sebastian Steinbach über das "Handbuch Bestattung"
Dass sich „das Volkskirchen-Volk“ in den letzten Jahrzehnten in viele unterschiedliche Milieus (mit unterschiedlichen Lebensweisen, Sehnsüchten, Zielen, Vorstellungen, Werten, …) ausdifferenziert hat, ist als Wissen mittlerweile in vielen Gemeinden angekommen. Aber was heißt das für die Praxis? Wie können wir als Gemeinde darauf konkret reagieren? Die innovative Reihe „Kirche und Milieu“ (Neukirchener Verlag)  stellt sich mutig dieser Frage. Vor wenigen Wochen ist der Band „Handbuch Bestattung“ erschienen.

Vor (gar nicht allzu) langer, langer Zeit war klar: Wenn Bestattung, dann Erdbestattung. Dazu ein bisschen „So nimm denn meine Hände“ und „Befiehl du deine Wege“, Biografie und Predigt, dann der Gang ans Grab und das Versenken des Sarges. Fertig. Doch aktuell vollzieht sich im Bestattungswesen ein radikaler Wandel: Erd- oder Feuerbestattung? See oder Friedwald? Verstreuen der Asche aus dem Ballon oder in einem Bergsee? Eine Weltraumbestattung oder das Pressen eines Diamanten aus der Asche des Verstorbenen? Auch wenn dies zum Teil Extrembeispiele sind, zeigen sie doch das stark gewachsene Bedürfnis, dass die Bestattung zum gelebten Leben des Verstorbenen passen soll.

Am deutlichsten zeigt sich dieser Trend wohl bei der Wahl der Musik für eine Bestattungsfeier. Die „Top Ten der Trauerhits“ 2014 (laut einer Umfrage unter Bestattern und Angehörigen) waren: 1. Frank Sinatra, My Way, 2. Elton John, Candle in the Wind, 3. Whitney Houston, I Will always Love You, 4. Bob Dylan, Knocking on Heaven’s Door, 5. Franz Schubert, Ave Maria, 6. Sarah Brightman, Time to Say Goodbye, 7. Céline Dion, My Heart Will Go on, 8. John Legend, All of Me, 9. Enya, Only Time, 10. Adele, Someone Like You.

Die Bestattung soll also zum gelebten Leben des Verstorbenen passen:
  • Da ist zum Beispiel der ehemalige Manager R., der nun – im Alter von 78 Jahren – an einem Herzinfarkt verstorben ist. Verantwortung, Erfolg und Familie waren zentrale Werte in seinem Leben. Familie und Freunde sind hoch gebildet und schätzen klassische Konzerte, Museumsbesuche und kulturelle Reisen.
  • Die schwer krebskranke, 42-jährige Frau F. nimmt dagegen schon vor ihrem Tod den Kontakt zum Pfarrer auf. Sie ist selbständige Projektmanagerin und begeisterte Alpinistin, Unabhängigkeit und Individualität sind ihr sehr wichtig. Das Vorgespräch mit dem (eher konservativen) Bestatter war ihr deutlich zu konventionell: „Ich habe sehr intensiv gelebt, nun wünsche ich mir einen ebenso intensiven Abschied!“
  • Frau K., im Alter von 63 Jahren plötzlich verstorben, war Gymnasiallehrerin für Geschichte und Französisch. Ein nachhaltiger Lebensstil war ihr wichtig: Sie besaß kein Auto und legte Wert auf ökologische, regionale und fair produzierte Waren. Fremde Kulturen faszinierten sie, ein Buddha im Eingangsbereich der Wohnung und eine ganze Reihe von Büchern über Achtsamkeit und Kristalle zeigen ein spirituelles Suchen.
  • Die Wohnung von Herrn N., früher Monteur, liegt in einer Plattenbausiedlung aus den frühen 60er Jahren. Die Luft ist verbraucht und schwer von Zigarettenrauch. Der Sohn des Verstorbenen erzählt stockend von Arbeitslosigkeit, die Witwe von gesundheitlichen Beschwerden. Im Hintergrund läuft stumm der Fernseher. An der Wand hängt eine Urkunde: Der Verstorbene war über 40 Jahre Mitglied im lokalen Kleintierzuchtverein.
Angesichts solch unterschiedlicher Biografien und Persönlichkeiten wird klar, dass eine Bestattung nach „Schema F“ kaum hilfreich sein wird. Es stellt sich die Frage nach der Form der Bestattung, aber natürlich auch nach Musik, zusätzlichen Abschiedsritualen und den passenden Worten für eine Predigt. Gibt es Möglichkeiten, mit dem Evangelium an die ganz unterschiedlichen Lebenswelten anzudocken? Was geht und was geht nicht? Wo kann das Evangelium wertschätzend an dem Leben des/der Verstorbenen anknüpfen und wo gehen vom Evangelium heilsame Provokationen aus, die den Horizont der jeweiligen Lebenswelt sprengen?

Das „Handbuch Bestattung“ wagt ganz konkrete Antworten auf diese Fragen. Es stellt exemplarische Biografien aus den zehn unterschiedlichen SINUS-Milieus vor, reflektiert den Bezug der einzelnen Milieus zur kirchlichen Kasualie Bestattung, macht Vorschläge für die Bestattungsmusik, weist auf „Dos and Dont’s“ hin, liefert Vorschläge für  mögliche theologische Anknüpfungspunkte genauso wie für „evangelische Provokationen“ und macht sich Gedanken zum Trauergespräch. Auch das „Vorher und Nachher“ von  gemeindlichen Kontakten in die Milieus hinein wird angedacht. Und schließlich werden Anregungen für die konkrete Gestaltung der Trauerfeier gegeben: zu Rahmen, Ort und Zeit; zu Atmosphäre, Liturgie und Liedern; sogar Textbausteine für eine Bestattungsansprache finden sich für jedes Milieu. Ergänzt wird all das mit einer ganzen Reihe von informativen Grundsatz-Artikeln über Wandel und Ausdifferenzierung der Bestattungskultur.
Auch wenn manches, was hier vorgestellt wird, die Möglichkeiten des pfarramtlichen Alltags (und vermutlich auch die Persönlichkeit des einzelnen Pfarrers/der einzelnen Pfarrerin) deutlich übersteigt, so weiten all diese Vorschläge doch in lustvoller und bisher einzigartiger Weise den eigenen Horizont und geben ganz konkrete Hilfestellung für die Begegnung mit unterschiedlichsten Trauernden und die Gestaltung einer „milieusensiblen“ Bestattung. Darüber hinaus verhelfen die Kurzcharakteristiken der unterschiedlichen Milieus und die konkreten Ausgestaltungs-Vorschläge zu einer Vorstellung, wie kirchliche Gemeindearbeit für die unterschiedlichen Milieus aussehen kann. Das macht dieses Buch auch für Nicht-PfarrerInnen interessant und hilfreich.
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