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von
Buholzer KMU Support GmbH
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Urs Buholzer
E-Mail-Ratgeber Nr. 5

Das Thema heute:
"Wie Liquiditätskrisen entstehen und was man
dagegen tun kann, 1. Teil: Die Ursachen"


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Liebe Leserin, lieber Leser

Im ersten Teil dieser Ausgabe erfahren Sie, wie Liquiditätskrisen enstehen können und wie der typische Verlauf einer Krise aussieht. Im zweiten Teil, den Sie in ein paar Tagen erhalten, schauen wir gemeinsam an, wie man eine drohende Krise frühzeitig erkennen kann und wie man aus einer bestehenden Liquiditätskrise möglichst schnell wieder herauskommt. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg mit Ihrem Unternehmen.

Liebe Grüsse
Urs Buholzer
Treuhänder / Experte KMU-Controlling

Wie Liquiditätskrisen entstehen und was man dagegen tun kann 1. Teil: Die Ursachen

Die Dynamik der Wirtschaft sorgt dafür, dass alles immer im Wandel ist. Das Marktumfeld und die Rahmenbedingungen verändern sich während Sie hier meinen E-Mail-Ratgeber lesen. Für ein Unternehmen geht es nicht nur darum diese Veränderungen zu verstehen. Es geht vor allem darum, dass man mit dieser Dynamik strategisch richtig umgeht. Doch nicht alle Unternehmen schaffen es, den strategischen Wandel erfolgreich zu meistern und geraten in eine ernsthafte Krise.
 
Wie kommt ein Unternehmen in eine Krise?

Eine Krise ist eine ungewollte Situation, in der die Existenz des Unternehmens bedroht
ist. Es ist ein Zustand, in der ohne die Umsetzung von Sanierungs-, Turnaround- oder Restrukturierungsmassnahmen der Fortbestand des Unternehmens gefährdet ist.

Meistens fängt alles ganz harmlos an: Der Unternehmer steht vor einem Problem (z.B.
die Kunden zahlen immer langsamer, die Gewinnmargen gehen laufend zurück, im Warenlager gibt es immer mehr Ladenhüter etc.). Das Ausmass der Bedrohung kann zunächst gering sein. Das Problem wird sehr oft über einen längeren Zeitraum (wenn überhaupt) nicht erkannt, weil es im Unternehmen keine wirksamen Controlling-Instrumente gibt.
 
Es kommt auch vor, dass das Problem ignoriert, heruntergespielt oder bagatellisiert wird. Aussagen wie: „Es wird schon wieder besser“, „Wir müssen nur positiv denken“, „das geht vorbei“ hört man oft von betroffenen Unternehmern. Aber durch diese Denkhaltung löst man kein Problem und verhindert keine Krise. Im Gegenteil, man macht alles nur noch schlimmer und giesst sprichwörtlich „Öl ins Feuer“.
 


Kleine Probleme werden zum grossen Problem

Im Vorfeld einer Krise treffen viele kleine Probleme zusammen. Sie wachsen zunächst
nur schleichend. Sie werden oft durch konjunkturelle Rückschläge oder überhastete Expanison noch verstärkt. Aber statt die Probleme rechtzeitig anzupacken und zu lösen flüchtet man sich in Ausreden oder sie werden mit der Hoffnung auf "bessere Zeiten" geistig verdrängt. Indem man die Probleme verdrängt verliert man aber die Fähigkeit, objektive und rationale Entscheidungen zu treffen. Man sieht vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr. 

Dadurch werden immer mehr falsche Entscheidungen getroffen. Diese Entscheidungen führen zu falschen Handlungen und diese Handlungen wiederum führen zu schlechten Resultaten. Und wenn sich die Abwärtsspirale erst einmal dreht, nehmen die negativen Resultate sehr oft und sehr schnell ein existenzbedrohendes Ausmass an.

 
Der typische Verlauf einer Unternehmenskrise

Eine typische Unternehmenskrise läuft wie folgt ab:
 
Strategische Krise > Ertragskrise > Liquiditätskrise

Die Erkennung einer Krise erfolgt aber in der umgekehrten Reihenfolge. Meistens nimmt man erst die Liquiditätskrise wahr. Am Anfang hat man viele Handlungsalternativen. Die nehmen aber mit dem Fortschreiten der Krise ab. Dafür nimmt der Handlungsdruck zu. Vor allem in der Phase der Liquiditätskrise.

 
Der typische Verlauf einer Krise

Die strategische Krise - erste Wolken am Schönwetterhimmel

Diese erste Stufe einer Krise bedroht Ihr Unternehmen nicht hier und jetzt, aber in Zukunft. Änderungen im Konsumverhalten, in der Bevölkerungsstruktur, neue Entwicklungen und Technologien am Markt, Innovationen, Konkurrenz aus Billiglohnländern, Gesetzgebung und Politik usw. beeinflussen die zukünftige Entwicklung Ihres Unternehmens. 

Alle diese Entwicklungen kommen nicht von heute auf morgen und bieten noch die Möglichkeiten zu reagieren: Standort verlegen, neue Kundengruppen ansprechen, eigene Produkte oder Dienstleistungen weiter entwickeln, Kooperationen eingehen - je nach dem, was die Ursache der strategischen Krise ist. Ihr Unternehmen befindet sich dann in einer strategischen Krise, wenn Sie die Veränderungen nicht rechtzeitig erkennen und angemessen darauf reagieren.  


Im E-Mail-Ratgeber Nr. 7 "Die Dynamik der Wirtschaft: Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit" schauen wir gemeinsam an, wie Sie den strategischen Wandel erfolgreich meistern können. 
 
Beispiel: Der grosse Umbruch im Schweizer Detailhandel

Zwei neue Wettbewerber (Aldi, Lidl) treten in den Markt ein. Sie betreiben eine aggressive Tiefstpreis-Strategie. Dieses Vorgehen kann ein etabliertes Unternehmen in eine ernsthafte Krise führen. Klar ist, das etablierte Unternehmen auf diese neue Marktsituation reagieren müssen. Die Frage ist, aber wie?
 
Sie können nun ebenfalls versuchen ihre Preise zu senken. Das funktioniert aber nur wenn es dem Unternehmen gelingt, die Einkaufspreise sowie die fixen Betriebskosten deutlich und nachhaltend zu senken. So haben Migros, Coop und Denner auf die neue Konkurrenz reagiert. Und das recht erfolgreich. Eine Niedrigpreis-Strategie ist für Kleinbetriebe aber keine sinnvolle strategische Option und sollte nur als allerletzte Möglichkeit geprüft werden.
 
Die Alternative dazu ist die Spezialisierung. Man sucht sich eine Marktnische die man mit einem spezialisierten Sortiment bedienen kann. Diese Strategie wenden Volg, Spar und viele kleine unabhängige Detaillisten erfolgreich an.

Eine Nischenstrategie ist für einen Kleinbetrieb die sinnvollste strategische Option. Denn ein Preiskampf gegen die grossen Maktplayer können die kleinen Anbieter langfristig nicht überleben. Die grosse Chance liegt in der Spezialisierung, Segmentierung und Differenzierung. 
 
Ich werde Ihnen im Ratgeber Nr. 12 und 13 "Die richtige Strategie entscheidet über Erfolg oder Misserfolg" mögliche strategische Optionen aufzeigen, wie Sie aus dem ruinösen Preiskampf (zumindest teilweise) ausbrechen und Ihre eigene Marktnische erschliessen können.

 
Die Ertragskrise - dunkle Gewitterwolken ziehen auf

Wenn der Umsatz sinkt, der Cashflow abnimmt und der Gewinn schrumpft, dann befindet sich Ihr Unternehmen in einer Ertragskrise. Spätestens wenn die Schulden immer mehr werden ohne dass dabei Geld in Investitionen geflossen ist, haben Sie ein Problem das Ihre Existenz bedroht. Es ist die Zeit, in welcher die Bank zusätzliche Sicherheiten verlangt
und Sie Schwierigkeiten haben, offene Rechnungen noch fristgerecht zu bezahlen.
 
Die Ertragskrise ist unmittelbar spürbar und drückt sich jetzt in Zahlen aus. Gleichzeitig ist Ihr Handlungsspielraum bereits stark eingeschränkt. Einerseits muss die strategische Ausrichtung korrigiert werden. Andererseits müssen nun auch Schritte in Richtung Kostensenkung und Optimierung der Abläufe unternommen werden. Werden jetzt nicht schnell genug geeignete Massnahmen umgesetzt, steht die Liquiditätskrise vor der Tür.

 
Die Liquiditätskrise - Sturmböen entladen sich

Viele beginnen erst in dieser Phase von einer Krise zu sprechen, tatsächlich befinden
wir uns schon fast im Endstadium. Sie können Ihre Rechnungen nicht mehr fristgerecht bezahlen, Mahnungen stapeln sich auf dem Schreibtisch und die ersten Zahlungsbefehle treffen ein. Die Bank ist nicht mehr verhandlungsbereit und Lieferanten liefern nur noch gegen Barzahlung. Wenn in dieser Phase nicht sehr schnell Restrukturierungs- und Sanierungsmassnahmen umgesetzt werden die auch wirklich greifen, dann ist der Weg in die Insolvenz kaum mehr zu vermeiden.



Im zweiten Teil des E-Mail-Ratgebers "Wie Liquiditätskrisen entstehen und was man dagegen tun kann" erfahren Sie, wie man einen drohenden Liquiditätsengpass rechtzeitig erkennen kann und wie man aus einer bestehenden Liquiditätskrise möglichst schnell wieder herauskommt.
 
Workshop: "Finanzen sicher im Griff"

Ist Ihr Unternehmen fit für die Zukunft? Was passiert, wenn der Umsatz sinkt, die Betriebskosten steigen oder die Gewinnmarge schlechter ausfällt als erwartet?
Wie wirkt sich das auf Ihre Zahlen bzw. auf die Liquidität aus?

Im Unternehmer-Workshop "Finanzen sicher im Griff" können Sie solche Szenarien unter Anleitung eines erfahrenen Controlling-Experten durchspielen.

Mehr Infos und Anmeldung >

Ich freue mich auf Ihr Feedback, Ihre Anregungen und beantworte gerne Ihre Fragen.
Sie erreichen mich während der Bürozeit telefonisch unter 041 320 61 12 und auch per E-Mail. Oder besuchen Sie meine Webseite www.kmusupport.ch.

 
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